4 neue Schwarzgurte im Glauburger Dojo
Der Verein Karate-Do Kyohan Glauburg e.V. kann sich über vier neue Schwarzgurtträger und Trägerinnen freuen! Kimberly Wrona (21), Vanessa Jäger (17), Finn Schwarz (20) und Lukas Wolf (35), bestanden die Prüfung zum 1. Dan (Schwarzgurt). Die Prüfung fand während eines Lehrgang in Münster statt und wurde von dem Bundestrainer des DJKB Thomas Schulz (7.Dan) abgenommen. Alle vier haben einen unterschiedlichen Weg hinter sich.
Kimberly Wrona startet bereits im Alter von sieben Jahren in einer Karate AG ihrer Grundschule, die ihr späterer Karatelehrer Peter Stoll leitete. Peter Stoll, (5.Dan) und Sensei des Glauburger Karatevereins, lud sie daraufhin ein, den Anfängerkurs im Glauberger Dojo zu besuchen. Kimberly berichtet: „Es herrschte immer eine respektvolle und familiäre Atmosphäre im Dojo. Gemeinsam erarbeiteten wir uns Gürtelfarbe für Gürtelfarbe. Wir nahmen an vielen großen und kleinen Turnieren teil und jeder freute sich für den anderen, über seinen Erfolg. Doch als dann Corona kam, mit neuen Regeln und Beschränkungen, begann für uns und auch den Karate Verein eine schwierige Zeit. Einige verließen den Verein. Ich selbst auch, was sich zu einer Pause von drei Jahren entwickelte. Letztes Jahr im Sommer besuchte ich Peter dann in seinem Garten und sagte ihm, dass ich gerne zurückkommen würde, weil mir das Karate und der Verein sehr fehle. Er empfing mich sofort mit offenen Armen und ab da war es als wäre ich nie weg gewesen. Es gab auch noch viele altbekannte Gesichter, ich wurde sofort wieder aufgenommen. Ich hätte nie geglaubt, dass ich nicht mal ein Jahr später den ersten Dan machen würde. Aber trotz Pause war alles sofort wieder da. Schön war auch, dass wir den Dan zu viert gemacht und alle zusammen bestanden haben. Was an der sehr guten Vorbereitung im Training durch Sensei Peter Stoll lag.
Auch Finn Schwarz, hat in der zweiten Klasse in seiner Grundschule mit Karate angefangen und war sofort begeistert! „Karate hat mir geholfen ruhiger zu werden und Selbstbewusstsein aufzubauen“. Ab der dritten Klasse begann er dann im Glauburger Verein zu trainieren.
„Spätestens nach meiner Gelbgurtprüfung war dann für mich klar, dass ich weiter mache, bis ich den Schwarzgurt erreicht habe. Gerade während der Corona Zeit hat mir Karate sehr geholfen, da es eine der wenigen Aktivitäten war, die weiterhin stattfinden konnten. Zunächst im Einzeltraining, später in kleinen Gruppen draußen. Jetzt habe ich meinen Schwarzgurt bestanden. Unser Trainer Peter hat uns sehr gut vorbereitet und ich kann mit gutem Gewissen sagen, wir haben deutlich mehr gelernt, als für die Prüfung nötig gewesen wäre und häufiger war das Training sogar etwas anspruchsvoller als die Prüfung selbst. Rückblickend kann ich sagen, dass es genau die richtige Entscheidung war, mit Karate anzufangen. Es hat mich positiv geprägt und ist für mich bis heute eine wichtige Begleitung im Leben, auf die ich immer wieder zurückgreifen kann“, so Finn Schwarz
Vanessa Jäger hat im gleichen Alter mit Karate angefangen. Zunächst allerdings in einem anderen Dojo. Sie sagt über sich selbst, dass sie nicht still sitzen konnte und in der Schule und im Alltag Schwierigkeiten hatte sich zu konzentrieren. Aus diesem Grund meldeten ihre Eltern sie zum Karate an. Aber sie kam in dem Dojo nicht gut zurecht und wollte aufhören. „Doch dann fand ich zu Peter Stoll in Glauberg und es machte sich sofort eine andere Stimmung im Training bemerkbar. Ohne Verurteilung und mit viel Unterstützung von Peter und den Mitschülern aus jeder Altersgruppe. Obwohl ich meine erste Prüfung zum Gelbgurt wiederholen musste und auch Schwierigkeiten hatte, mich mit den Techniken abzufinden, war Peter schon immer der Meinung, dass aus mir einmal eine Schwarzgurtträgerin wird. Ich habe mich mit Freunden aus dem Dojo Prüfung für Prüfung hochgearbeitet und dabei gemerkt, wie das Training härter und härter wurde, doch es hat sich alles gelohnt“ erzählt Vanessa Jäger. Sie sei ruhiger, gelassener und sehr viel konzentrierter in den Tagen an denen sie trainiert hat. „Ich habe gemerkt, dass Karate mein Weg fürs Leben ist. Wir sind im Training und im Dojo wie eine große Familie, bei der man sich immer wohlfühlen kann“.
Lukas Wolf bewegte sich nach eigenen Aussagen zwischen Zweifel und Disziplin – es war ein langer Weg zum Schwarzgurt, der bereits Ende der 1990er Jahren begann. Es waren die ersten Schritte im Dojo mit Faszination für Technik und Körperbeherrschung. Aber es wurde ein Weg mit Unterbrechungen, Richtungswechseln und inneren Auseinandersetzungen. Phasen intensiven Trainings wechselten mit Phasen der Distanz und Pausen, in denen Karate in den Hintergrund rückte. Lukas Wolf empfand, dass die Idee von Respekt, innerer Balance und kontinuierlicher Selbstverbesserung im Karate zunehmend im Spannungsfeld von Wettkampfdenken, Kommerzialisierung und äußerer Darstellung steht. Über ein Jahrzehnt schob er die Entscheidung, den Schwarzgurt in Angriff zu nehmen, hinaus. Erst durch äußere Impulse und Ermutigung aus dem Umfeld kam er zu dem Entschluss, den nächsten Schritt zu gehen. So steht für Lukas Wolf am Ende dieses Weges mehr als nur ein Gürtel. „Es ist die Erkenntnis, dass Karate, wie die Menschen, die es praktizieren, sich verändert. Authentizität bedeutet manchmal Umwege zu gehen, Fragen offen zu lassen und dennoch weiterzumachen. Der wahre Wert des Karate liegt nicht allein in der Perfektion der Technik, sondern im ehrlichen Ringen mit sich selbst“ erläutert Lukas Wolf.
Vier unterschiedliche Wege – ein Ziel, jeder Schwarzgurt ist ein Weißgurt, der nicht aufgegeben hat!
